Deutschland verbietet “Konversionstherapien” für Homosexualität

Deutschland verbietet “Konversionstherapien” für Homosexualität

Endlich ist es soweit: Das deutsche Parlament hat am Donnerstag ein Gesetz verabschiedet, das sogenannte “Konversionstherapien” verbietet, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu unterdrücken.

Ein Sieg für die LGBTQ+-Gemeinschaft

Gesundheitsminister Jens Spahn, der selbst offen homosexuell ist, betonte: “Homosexualität ist keine Krankheit. Daher ist der Begriff Therapie bereits irreführend.” Mit dem neuen Gesetz ist es nun verboten, Werbung für oder die Durchführung von Konversionstherapien bei Personen unter 18 Jahren anzubieten. Verstöße können mit Geldstrafen von bis zu 30.000 Euro (33.000 US-Dollar) oder einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.

Schutz der Jugendlichen

Auch Eltern und Erziehungsberechtigte, die ihre Kinder zu solchen Programmen zwingen, können für ihre Pflichtverletzung belangt werden. Diese Praktiken wurden schon lange für die schweren psychischen und physischen Folgen kritisiert, die sie verursachen.

Obwohl das neue Gesetz keine vollständige Verbannung der Konversionstherapie darstellt, werden auch Strafen verhängt, wenn Erwachsene nach Täuschung, Nötigung oder Bedrohung in die Therapie einwilligen.

Ein klares Signal gegen Diskriminierung

Sowohl die konservativen Parteien um Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch ihre Koalitionspartner, die Sozialdemokraten, stimmten für das Verbot. Auch die wirtschaftsfreundlichen Freien Demokraten unterstützen das Gesetz.

Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) enthielt sich größtenteils, mit Ausnahme einer Gegenstimme. Die Linke und die Grünen enthielten sich ebenfalls der Stimme, argumentierten jedoch, dass das Gesetz nicht weit genug gehe, um junge Erwachsene zu schützen.

Eine wichtige gesetzliche Grundlage

Gesundheitsminister Spahn verteidigte das Gesetz gegen Kritik, dass es junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 26 Jahren nicht ausreichend schütze. Er erklärte, dass er das Verbot vor Gericht verteidigen wolle, falls es angefochten werde.

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Obwohl Spahn seine Gründe für eine Altersgrenze nicht explizit erwähnte, ist es unter deutschem Recht einfacher, Minderjährige zu schützen. Bei Erwachsenen hingegen kommen die Gesetze zur Meinungs- und Gewissensfreiheit ins Spiel, was die rechtliche Rechtfertigung etwas schwieriger macht.

Ein wichtiges Signal der Solidarität

Spahn betonte die Bedeutung des Gesetzes und sagte: “Junge Menschen werden in Konversionstherapien gezwungen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass sie Unterstützung durch dieses Gesetz finden – ein klares Signal, dass der Staat dies nicht zulassen möchte.”

Dieses Verbot ist ein großer Fortschritt für die LGBTQ+-Gemeinschaft in Deutschland und sendet eine klare Botschaft der Solidarität und des Respekts für alle sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten.

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