Die Anfänge der Glasfabrik Noelle & von Campe

The Beginnings of the Glass Factory Noelle & von Campe

Die Anfänge der Glasfabrik Noelle & von Campe

Im Jahr 1866 begann alles mit einer lokalen Initiative. Der Fabrikbesitzer Friedrich Bartling, der Sägewerksbesitzer Heinrich Schmidt und der Porzellanhersteller Heinrich Witte gründeten eine “Glasfabrik mit Wohnungen für die Fabrikarbeiter”. Fachkräfte aus der Region wurden eingestellt, um Hohlglaswaren mit einem modernen Glasschmelzofen herzustellen. Die 1864/65 erbaute Eisenbahnstrecke von Altenbeken nach Kreiensen über Höxter ermöglichte den einfachen Transport von Soda, Quarzsand, Feldspat, Kohle und auch Gießformen. Der Verkauf florierte, aber es fehlte an Kapital. Die Gründer verließen das Unternehmen sehr schnell und neue Eigentümer übernahmen: 1871 August von Campe und 1874 Heinrich und August Noelle. Seitdem trägt das Unternehmen den Namen Noelle & von Campe.

Ein Gemälde der Ofenhalle von Noelle & von Campe (1881) von Th. Müller. Quelle: Archiv der Gemeinde Boffzen

Die neuen Eigentümer waren ehrgeizig und verkauften ihre Glasprodukte sowohl national als auch international. Die Firma Noelle aus Lüdenscheid produzierte Metallwaren, die in Kombination mit Glas zu lukrativen Konsumgütern wurden. Sodawasserflaschen – seit 1870 produziert – waren ein typisches Beispiel für solche Konsumgüter, die aus Glas und Metall bestanden. Taschenflaschen, Salzstreuer, Parfümflakons und Aufbewahrungsflaschen steigerten den Umsatz. Im Jahr 1891 wurde erfolgreich eine Lagerglasflasche mit Schraubverschluss patentiert. Danach wurden Glasbehälter mit Bodenstopfen und zahlreiche neue Arten von Medizinflaschen vermarktet. Gleichzeitig blieben Trinkgläser und Milchflaschen das Kerngeschäft.

Siphonflaschen der Firma Noelle & von Campe im Glas-Museum Boffzen. Fotos: Stefanie Waske (l.), Archiv Glas-Museum Boffzen
Werbung für Siphonflaschen der Firma Noelle & von Campe im Glas-Museum Boffzen

Sodawasserflaschen wurden zu einem lukrativen Produkt des Unternehmens und wurden in viele Länder exportiert, darunter auch in die USA.

Im Jahr 1907 beschäftigte die Glasfabrik etwa 160 Mitarbeiter. Die meisten von ihnen waren von anderswo nach Boffzen gezogen. Noelle & von Campe zahlte gut, bot Krankenversicherung, einen Sparverein und eine Genossenschaft. Die Glasarbeiter waren größtenteils Sozialdemokraten und gründeten weitere Verbände. Einige von ihnen lebten in firmeneigenen Wohnungen, während andere in der Lage waren, ihre bescheidenen Häuser zu bauen. Vor dem Ersten Weltkrieg war Noelle & von Campe ein national und international erfolgreiches Familienunternehmen.

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Quelle: Top Guide