Mit dem Wohnmobil durch Nordamerika: Verschiffen oder leihen?

Mit dem Wohnmobil durch Nordamerika: Verschiffen oder leihen?

Die USA und Kanada sind beliebte Ziele für Wohnmobilreisen. Doch stellt sich die Frage, ob man das eigene Wohnmobil mitnehmen oder vor Ort eines mieten sollte. Der Österreichische Camping Club hat sich mit dieser Frage genauer beschäftigt.

Szenario 1 – Verschiffung

Der Transport eines Wohnmobils mit einer Länge von 6,10 Metern, einer Höhe von 2,30 Metern und einer Breite von 2,85 Metern hat ein Volumen von rund 40 Kubikmetern. Die Transportkosten belaufen sich dabei auf etwa 2.760 Euro pro Strecke, also insgesamt 5.520 Euro für Hin- und Rückfahrt. Hinzu kommen noch Hafengebühren in Höhe von etwa 400 Euro. Es wird empfohlen, einen Stellplatz am Schiff ein bis zwei Monate im Voraus zu reservieren. Die Anreise zum Frachtschiff erfolgt in der Regel mit dem Flugzeug. Das Fahrzeug wird zwei Tage vor Abfahrt des Schiffes in den Hafen gebracht. Die Überfahrt an die Ostküste der USA dauert dann knapp eine Woche. Die Kosten für die Anreise variieren je nach Distanz, Fahrtdauer und Treibstoffpreisen. Nach Ankunft fliegen die Reisenden ihrem Wohnmobil hinterher und holen es nach zwei Arbeitstagen am Zielhafen wieder ab.

Unproblematische Einfuhr

Touristen können ihr Fahrzeug bis zu zwölf Monate lang zollfrei und ohne Erfüllung strenger US-Vorschriften nach Nordamerika einführen. Es ist keine spezielle technische Umrüstung erforderlich, jedoch wird eine amerikanische Haftpflichtversicherung empfohlen. Die Höhe der Prämie hängt vom Zeitwert des Fahrzeugs, dem Alter und dem Familienstand des Antragstellers ab. Für die Abbuchung der Prämie ist eine Kreditkarte erforderlich. Es gibt keine Probleme mit amerikanischen Anschlüssen, da entsprechende Gasadapter im Fachhandel erhältlich sind.

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Szenario 2 – Vor Ort mieten

Wenn man vor Ort ein Wohnmobil für einen Monat mietet, kostet dies mindestens rund 2.500 Euro. Der Preis beinhaltet in der Regel eine Versicherung ohne Selbstbehalt, unlimitierte Kilometer und eine “Generator Flatrate”. Das Höchstalter für die Anmietung eines Wohnmobils liegt oft bei 75 Jahren, jedoch dürfen ältere Fahrer in der Regel trotzdem fahren, sofern sie ein ärztliches Attest vorlegen. Bei der Mietvertragsprüfung ist es wichtig, das Kleingedruckte genau zu lesen, insbesondere im Falle von Fahrzeugschäden. Wenn die Abhol- und Rückgabestation unterschiedlich sind, fallen bei den meisten Vermietern zusätzliche Gebühren an. Dies kann sich jedoch lohnen, wenn man weite Strecken plant und wenig Zeit hat, da man nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren muss.

Fazit

Wenn man mindestens zwei Monate durch Nordamerika reisen möchte, lohnt es sich, das eigene Wohnmobil mitzunehmen. Dadurch hat man seine persönlichen Utensilien immer dabei und die An- und Abreise gestaltet sich angenehmer, da das Gepäck mit dem Wohnmobil verschifft werden kann.

Unabhängig davon, ob man ein eigenes Wohnmobil mitnimmt oder vor Ort mietet, ist der internationale Führerschein unbedingt erforderlich. Für die Einreise in die USA ist die elektronische Reisegenehmigung (ESTA) mindestens 72 Stunden vor der Einreise zu beantragen. Für Reisen nach Kanada ist eine elektronische Reisegenehmigung (eTA) zwingend erforderlich.