TV-Tipp: “Malibu – Camping für Anfänger”

TV-Tipp: “Malibu – Camping für Anfänger”

Ein zauberhafter Campingplatz in Schleswig-Holstein ist der Schauplatz der Serie “Malibu – Camping für Anfänger”. Hier treffen sich die Betreiberfamilie und die unterschiedlichsten Gäste mit ihren ganz eigenen Problemen. Anders als in “Hotel Heidelberg” (ARD) bietet diese Serie ein soziales Potenzial, das seinesgleichen sucht. Denn einige der Dauercamper haben sich aus finanziellen Gründen für das Campingleben entschieden, da die hohen Mieten in der Stadt einfach nicht mehr erschwinglich sind.

Im Zentrum der beiden Filme stehen die Beziehungsprobleme von Jantje und Stefan Schäfer (Karla Nina Diedrich, Tom Radisch). Auf den ersten Blick scheint das Hamburger Paar eine glückliche Ehe zu führen, doch nach und nach wird deutlich, dass der Alltagsstress dafür gesorgt hat, dass sie kaum noch miteinander sprechen. Jantje ist Krankenschwester und bewegt sich permanent am Rande eines Burn-outs, während Stefan als Programmierer auch am Wochenende von seiner Arbeit verfolgt wird.

Eines Tages erhält Stefan die Nachricht, dass sein Onkel aus Amerika verstorben ist. Obwohl der Onkel längst nach Deutschland zurückgekehrt war, hatte er nie Kontakt aufgenommen. Da Stefan als letzter Verwandter gilt, erbt er das geerbte Anwesen namens Malibu, das sich eigentlich als Campingplatz am idyllischen Plöner See entpuppt. Doch bevor sie das Erbe antreten, wollen sie die Anlage erst einmal inkognito besichtigen, um eventuellen Verpflichtungen aus dem Weg zu gehen. Dabei stellen sie leider fest, dass vor allem der Hygienebereich in einem katastrophalen Zustand ist. Dennoch ist Jantje sofort von dem Ort begeistert. Malibu bietet einen starken Kontrast zum lauten Hamburg und könnte ihr die Freiheit und Selbstbestimmung schenken, nach der sie sich so sehnt. Stefan hingegen sieht seine Zukunft eher nicht auf dem Land.

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Die Inszenierung von Luise Brinkmann betont die Gegensätze auch visuell und akustisch. Die idyllische Holsteinische Schweiz steht im Kontrast zu den kühlen Großstadtbildern. Die Stille und das Vogelzwitschern in Malibu stehen im Gegensatz zur Kakophonie der Großstadt. Die Stammgäste, die sich teilweise schon seit Jahren kennen, empfangen die Neulinge mit einer gewissen Skepsis, doch sobald man sich besser kennenlernt, schwindet das Misstrauen. Dies gilt insbesondere für den vermeintlichen Blockwart, der jedoch das Platzgeld versehentlich in die eigene Tasche steckt.

In der Tat hält Dieter Marzinowski (Christian Hockenbrink) den Betrieb am Laufen, während der Besitzer, wie er glaubt, sich auf einer Fortbildung befindet. Eine weitere interessante Figur ist Nikos Mariolis (Heiko Pinkowski), ein übergewichtiger Klempner mit griechischen Wurzeln, der für die ein oder andere komische Situation sorgt, bis er beinahe einen Herzinfarkt erleidet. Zum Glück schafft es Jantje, ihn wiederzubeleben.

Abgesehen von diesem Schockmoment folgt das Drehbuch von Jenny Maruhn und Jörg Tensing dem Muster “ein Schritt vor, zwei Schritte zurück”. Da gerade Ferien sind, nutzt Jantje die Gelegenheit, um sich eine Auszeit zu nehmen und Malibu genauer unter die Lupe zu nehmen. Dies wird in Teil eins, “Camping für Anfänger”, erzählt. Doch jedes Mal, wenn ein Problem gelöst wurde, tauchen zwei neue auf.

Das Baurecht spielt eine wesentliche Rolle bei diesen Rückschlägen, auch wenn der zuständige Beamte Jacob Bernstein (Nicola Mastroberardino) keineswegs dem typischen Klischee entspricht. Im Gegenteil, er hat großen Respekt vor Jantjes unerschütterlichem Optimismus und bewundert ihre Improvisationskunst, mit der sie auf alle Unwägbarkeiten reagiert. Im zweiten Teil, “Ein Zelt für drei” (nächsten Sonntag), bleibt es jedoch nicht bei Bewunderung.

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Währenddessen knistert es immer mehr zwischen Stefan und einer frechen Kollegin (Clea Eden), was für zusätzliche Spannung in der Beziehung sorgt. Und dann sind da noch die wechselnden Gäste: Im ersten Film freundet sich Hannes mit einem syrischen Flüchtlingsmädchen an, während im zweiten Teil ein Mann (Alexander Wipprecht) sich in die Klassenlehrerin (Katja Studt) seines Sohnes verliebt. Aus diesem Grund nennt der Junge die neue Freundin seines Vaters hartnäckig “Frau Fuchs”.

Die überzeugenden Darsteller sind größtenteils unbekannt, doch zwei prominente Besetzungen unterstreichen den Kontrast zwischen dem hektischen Stadtleben und dem entspannten Landleben: Kai Schumann spielt einen arroganten Arzt, während Valerie Niehaus Stefans unsympathische Chefin verkörpert.

Malibu – Camping für Anfänger ist eine fesselnde Serie, die mit Charme und Witz das Leben auf einem Campingplatz zeigt. Ein perfekter TV-Tipp für alle, die dem Alltag entfliehen und sich von den charmanten und liebenswerten Charakteren begeistern lassen möchten.